Unsere Geschichte
Grenzenlose Fürsorge weltweit
Vor über 85 Jahren startete die Geschichte von Schnellecke. Aus einem Wolfsburger Kleinunternehmen wurde im Laufe der Jahre ein international tätiger Logistikdienstleister.
Von Wolfsburg in die Welt
Was einst als kleines Familienunternehmen in Wolfsburg begann, ist heute ein international tätiger Logistikdienstleister mit rund 17.000 Mitarbeitenden weltweit. Gegründet von Albert Schnellecke, geprägt von Margarete Schnellecke und durch Rolf Schnellecke konsequent weiterentwickelt, steht die Schnellecke Group für Innovation, Wachstum und unternehmerische Verantwortung – seit Generationen.
Die Gründung der Spedition
Albert Schnellecke gründet gemeinsam mit seiner Frau die Spedition Albert Schnellecke. Ein Vertrag mit der Reichsbahn macht das Unternehmen offiziell zu einem bahnamtlichen Rollfuhrunternehmen. Zusätzlich werden Möbeltransporte übernommen.
Das Ehepaar lebt zunächst in einem möblierten Zimmer auf einem Bauernhof und zieht später in eine Wohnung in der Innenstadt, die über Jahrzehnte das Zuhause von Margarete Schnellecke bleibt.
Rolf Schnellecke erinnert sich später daran, dass es zu dieser Zeit noch keine gewachsene Stadt gab, der Grundstein war erst kurz zuvor gelegt worden.

Kriegsjahre und Familienalltag
Das junge Unternehmen spürt die Folgen des Krieges schnell. Der Fuhrpark wird eingezogen, es bleiben nur Pferde und landwirtschaftliche Fuhrwerke. Margarete Schnellecke bekommt in dieser Zeit zwei Kinder, 1942 Annegret und 1944 Rolf. Albert Schnellecke wird zwar für den Betrieb vom Wehrdienst freigestellt, jedoch zu Flakdiensten herangezogen.

Neuanfang unter schwierigen Bedingungen
1945 stehen Albert und Margarete Schnellecke wirtschaftlich vor dem Nichts. Geschäftsräume sind geplündert, Pferdegespanne verschwunden, dennoch beginnen beide mit dem Neuaufbau. Im selben Jahr wird das Volkswagenwerk von US Truppen befreit, die Stadt wird offiziell in Wolfsburg umbenannt.
1949 wird der Neubeginn jäh unterbrochen. Albert Schnellecke stirbt an den Folgen einer Lungenentzündung. Die Kinder sind zu diesem Zeitpunkt erst vier und sechs Jahre alt. Rolf Schnellecke beschreibt später, wie herausfordernd diese Phase für seine Mutter und das Unternehmen war.

Margarete Schnellecke übernimmt Verantwortung
Nach dem Tod ihres Mannes übernimmt Margarete Schnellecke die Geschäfte der Firma, obwohl ihr das Speditionswesen fachlich und ausbildungstechnisch fremd ist. Die Bahn stellt nicht beheizbare Güterschuppen als Lager und Abfertigungsräume zur Verfügung. Während andernorts bereits das Wirtschaftswunder spürbar wird, arbeitet sie täglich im kleinen Büro am Güterbahnhof daran, das Unternehmen zu sichern.
Rolf Schnellecke würdigt später ihre Leistung als außergewöhnlich, weil sie das Unternehmen zunächst fast zwei Jahrzehnte allein und danach weitere Jahre als Seniorchefin geführt hat.

Wachstum in einer wachsenden Stadt
Mit der Bautätigkeit in Wolfsburg steigt das Auftragsvolumen. Möbeltransporte nehmen zu, Versandhändler wie Quelle und Neckermann beauftragen Schnellecke mit der Auslieferung. Viele Straßen werden erst befestigt, wenn Häuser bereits fertig sind. Lkw geraten dabei oft in Sand, Kies oder Schlamm, dennoch läuft das Geschäft.
Margarete Schnellecke hält das Unternehmen weiter am Laufen und Rolf Schnellecke hilft schon während der Schulzeit mit, übernimmt Büroaufgaben und lernt später auch Reparaturen an den Fahrzeugen.

Strukturen wachsen mit dem Geschäft
Anfang der 60er Jahre besteht der Fuhrpark aus vier Fahrzeugen. In den folgenden Jahren baut die Familie ein eigenes Büro mit Lagerräumen. 1967 wird die M. Schnellecke KG gegründet und das Geschäft auf den Güternahverkehr ausgeweitet. Mit Fahrten durch ganz Deutschland werden lukrativere Aufträge möglich, zunächst vor allem im Möbelverkehr, später auch im Güterverkehr.

Mut zur Expansion
1968 gründet Rolf Schnellecke im Alter von 22 Jahren die Firma Rolf Schnellecke. Anfang der 70er Jahre erfolgt der erste Auslandstransport nach Sarajevo, Rolf Schnellecke selbst sitzt am Steuer. Ende der 70er und Anfang der 80er folgen Regeltransporte nach Belgien, Spanien und Jugoslawien.
Rolf Schnellecke beschreibt später, dass die Aufbruchsstimmung dieser Jahre ihm zusätzlichen Mut gegeben hat, das Unternehmen weiter voranzutreiben.

Ein neuer Standort in Sandkamp
Mit zunehmenden Transportaufträgen wächst auch die Zahl der Mitarbeitenden. 1985 verlagert Schnellecke den gesamten Betrieb nach Sandkamp in eine neu errichtete Speditionsanlage mit Bürogebäude, Lagerhalle, Werkstatt, Waschhalle und Tankstelle.
Trotz des schnellen Wachstums bleibt Schnellecke zunächst vor allem ein Transportunternehmen. Das ändert sich in einer Zeit, in der Deutschland politisch in Bewegung gerät und die Wiedervereinigung neue Chancen eröffnet.

Chance durch Wiedervereinigung
Schnellecke hat inzwischen rund 180 Mitarbeitende. Nach Öffnung der innerdeutschen Grenze nutzt das Unternehmen die Möglichkeit zur Expansion und übernimmt Fuhrparks und Mitarbeitende ehemaliger VEB Betriebe. In den Folgejahren werden mehrere Gesellschaften zusammengeführt.
Parallel entsteht in der Region um Zwickau neue Fahrzeugproduktion. Um zusätzliche Logistikflächen zu schaffen, wird 1991 ein stark sanierungsbedürftiges Gelände in Glauchau gekauft. Die Entscheidung erweist sich als wichtiger Schritt, Sachsen gewinnt für die Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung.
In dieser Phase wird ein eigenes Logistikunternehmen gegründet, die BMG Baugruppen und Modulfertigung GmbH.

Vom Spediteur zum Logistiker
Bis in die 90er Jahre ist Schnellecke ein Speditionsunternehmen. Für Volkswagen werden Montageteile zunächst sortenrein, später verbrauchsoptimiert ins Werk geliefert. 1992 wird die Vormontage von Tür und Seitenverkleidungen für den Golf 3 ausgelagert und ausgeschrieben. Schnellecke übernimmt die Aufgabe und stellt sich einer neuen Komplexität aus Steuerzeiten und Variantenvielfalt.
Mit dem Projekt Montagen Nord und der Integration von Wertschöpfung in die Logistik gelingt der Schritt vom Spediteur zum Logistiker. Das Konzept wird später vielfach aufgegriffen und gilt als Standard der modernen Automobillogistik. 2018 wird Prof. Rolf Schnellecke für diese Verdienste in die Logistics Hall of Fame aufgenommen.

Portfolio wächst, Internationalisierung beginnt
In Sachsen ergeben sich neue Chancen. Schnellecke übernimmt die Karosseriewerke Dresden, deren Wurzeln bis in den Kutschenbau reichen und die sich als Fertiger von Automobilkarosserien etabliert haben. Mit dem Aufbau weiterer Produktionskompetenzen gelingt es, neben Logistik auch als Produzent zu agieren.
International entstehen nahezu zeitgleich neue Gesellschaften in Spanien. In Belgien wird zuvor die erste Auslandsniederlassung gegründet. Zudem gewinnt Schnellecke 1994 den ersten CKD Auftrag für Volkswagen in Spanien. 1995 folgt das CKD Projekt für den Audi A4 in Südafrika, verbunden mit der Gründung einer eigenen Gesellschaft vor Ort.

Neue Märkte, neue Standorte
1997 folgt der Schritt nach Mexiko mit der Gründung eines Joint Ventures in Puebla. Die ersten Aufträge kommen von Volkswagen de México, später gewinnt das Unternehmen auch Kunden aus dem Konsumgütersegment. 1998 entsteht eine weitere spanische Gesellschaft, die ein breites Leistungsspektrum abdeckt.
Parallel richtet sich der Blick nach Brasilien. Über ein Konsortium wird der Markt zunächst kennengelernt, 1999 entsteht ein Joint Venture mit einem brasilianischen Partner.
Im selben Jahr werden außerdem erste Gesellschaften in Polen und der Slowakei gegründet, unter anderem für die logistische Abwicklung rund um Volkswagen Standorte und weitere Industrieunternehmen.

Stiftung, Generationswechsel und neue Länder
2000 gründet Margarete Schnellecke anlässlich ihres 95. Geburtstags die nach ihr benannte Stiftung zur sozialen Unterstützung von Seniorinnen und Senioren sowie Kindern und Jugendlichen im Raum Wolfsburg.
2002 übernimmt die dritte Generation Verantwortung im Familienunternehmen. Im selben Jahr entsteht ein Joint Venture in China in Dalian.
2004 wird die erste Niederlassung in Italien in Sant’Agata Bolognese aufgebaut. 2005 findet zum 100. Geburtstag von Margarete Schnellecke ein großes Festkonzert in Wolfsburg statt. Im Dezember 2005 verstirbt sie. Ihr Einsatz und ihr Verständnis von sozialer Verantwortung prägen das Unternehmen bis heute.

Strategie und neue Strukturen
2006 initiiert Schnellecke die Unternehmensstrategie WIR, ausgerichtet auf Wachstum, Innovation und Rentabilität.
2007 wird die Schnellecke Group als Familienholding neu strukturiert. Unter ihr entstehen neue Gesellschaften für Logistik, Spedition, Produktion und Immobilien, Nikolaus Külps wird CEO.
2009 wird die Schnellecke of America LLC gegründet und ein Joint Venture mit Kenco aufgebaut. Ebenfalls 2009 entsteht eine Gesellschaft in Ungarn.
2010 beginnt mit einem Joint Venture in Indien eine neue Partnerschaft. In Pune wird eine CKD Halle für Volkswagen India betrieben.

Auszeichnungen und neue Verantwortung
2011 wird Schnellecke Systempartner für Volkswagen in Wolfsburg und übernimmt neben Montage und Auslieferung auch die Beschaffung benötigter Teile.
2014 feiert das Unternehmen 75 Jahre Schnellecke und 150 Jahre KWD. 2015 folgt die Auszeichnung mit dem Volkswagen Group Award.
2018 wird Prof. Rolf Schnellecke in die Logistics Hall of Fame aufgenommen. Gewürdigt werden insbesondere seine prägenden Impulse für die Automobillogistik.

Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle, Jubiläum
2019 erhält Schnellecke den SAP Innovation Award als Process Innovator für IoT Behältertracking. 2020 stellt die Corona Pandemie globale Lieferketten vor neue Herausforderungen. In dieser Zeit wird Schnellecke Real Estate gegründet, inklusive des Projekts Logistikzentrum Wolfsburg Warmenau.
2022 wird der SAP Innovation Award als Transformation Champion für den Digital Control Tower gewonnen. 2023 entsteht die CREATBLUE GmbH. 2024 folgt die Brighten GmbH als Joint Venture für Unternehmens und Technologieberatung. Im selben Jahr feiert Schnellecke das 85 jährige Jubiläum.
