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„Automotive Logistic meets Startup: Digital Transformation?“ - Interview mit Sven Wosny zur HTEIF Konferenz

Sven Wosny, Geschäftsführer der Schnellecke Digital Innovations GmbH, steht diesen Donnerstag auf dem „High Tech Entrepreneurship & Innovation Forum“ (kurz: HTEIF) an der TU Braunschweig als Speaker zum Thema „Automotive Logistic meets Start-up: Digital Transformation?“ am Podium.

Vorab sprach er mit uns über die Konferenz, seinen Beitrag und warum „digitale Transformation für Unternehmen mehr ist, als einfach nur eine neue Technologie einzuführen“.

Wenn „High Tech auf Entrepreneurship“ trifft und der Fokus auf Mobilität liegt, könnte der Rahmen der Konferenz kaum passender sein, oder?

Der Einladung als Speaker aufzutreten folge ich natürlich gerne. Als sich im Vorgespräch mit dem Arbeitgeberverband herausstellte, dass die „HTEIF“ dieses Jahr ganz im Zeichen der Mobilität steht, war die Schnittstelle gegeben. Die Zusammenarbeit zwischen Startups und Unternehmen bildete dann schließlich ein Thema, was in diesen Rahmen passt. Als Geschäftsführer der Schnellecke Digital Innovations GmbH kann ich sicherlich das ein oder andere über diese Form der Zusammenarbeit berichten.

 

Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Präsentation?

Im Wesentlichen werfe ich einen Blick auf das Thema: „Was bedeutet digitale Transformation für Unternehmen, wie gehen sie damit um, was bedeutet digitale Transformation für Startups (wie gehen die damit um?) und was bedeutet digitale Transformation überhaupt für die Zusammenarbeit?

 

Haben Sie einen bestimmten Denkanstoß, den Sie vermitteln möchten?

Im besten Fall kann ich Unternehmen mitgeben, dass digitale Transformation ganzheitlich gedacht werden muss. Es reicht nicht aus, mit einem Startup zusammenzuarbeiten - damit allein leitet man noch keine digitale Transformation ein. Die Zusammenarbeit mit Startups ist zudem eine andere, als mit lang etablierten Herstellern oder Ausrüstern am Markt - schon allein aufgrund der frühen Phase ihrer Unternehmensgründung. 

Startups sollten sich indes im Klaren darüber sein, dass es nicht ausreicht mit einer „coolen, neuen Technologie“ um die Ecke kommen, wenn sie die Zusammenarbeit mit Unternehmen suchen. Sie müssen ihre Lösungen auf den Kundennutzen fokussieren und sich vor allem darauf einstellen, dass Prozesse - gerade in größeren Unternehmen - einfach länger dauern.  Gerade Entscheidungs-prozesse - von der Beauftragung eines Startups bis hin zur Bezahlung der Rechnung. Hier muss man sicherlich ein bisschen mehr Geduld mitbringen.

Darüber hinaus sollten Startups schauen: Mit wem arbeitet man im Unternehmen zusammen? Möchte sich hier jemand mit einer Innovation schmücken, hier und da ein bisschen was ausprobieren, oder ist es bspw. eine Fachabteilung, die ein Thema dann von der Projektphase in die Serienreife überführen kann.

 

Richtig umgesetzt also eine Win-Win Situation zwischen Startups auf der einen, Unternehmen auf der anderen Seite?

Ich bin sicher, dass beide Seiten voneinander profitieren können, wenn sie sich aufeinander einlassen. Letztendlich benötigen Startups die Unternehmen, um reale Anwendungsfelder für ihre Ideen, Technologien oder innovativen Geschäftsmodelle zu finden. Anders herum benötigen Corporates auf dem Weg zur digitalen Transformation Impulse von außen – neue, frische Ideen. Möglicherweise auch, um auf dem Weg zur digitalen Transformation agil zu bleiben oder anhand der neuen Anforderungen zu werden.

Das ist unter Umständen eine andere Herangehensweise, als es ein klassisches Unternehmen angehen würde – beispielsweise mit einem Wasserfall-Modell oder anderen, bewährten Methoden.

 

Was für Basics benötigen Unternehmen, um die digitale Transformation voranzutreiben?

Eine gewisse Offenheit und Experimentierfreude, um Themen auszuprobieren. Außerdem muss man sich von den klassischen Methoden nach dem Motto „Ich weiß was ich tun will – der nächste Schritt ist der Schritt zum Erfolg!“ ein wenig entfernen. Denn nicht jedes Thema, das man im Rahmen der digitalen Transformation ausprobiert, führt zwingend zum Erfolg.

Digitale Transformation ist schließlich mehr, als einfach nur eine neue Technologie einzuführen.